Gígja erhält den Gletta-Pokal – Interview mit Þórdís Erla
Gígja frá Auðsholtshjáleigu erhielt in diesem Jahr den Gletta-Pokal. Sie hat mit 127 die höchste Gesamtpunktzahl in ihrem Zuchtwert von allen acht Ehrenpreisträgerinnen in diesem Jahr. Gígja ist 1995 geboren und eine Tochter von Orri frá Þúfu und Hrafntinna frá Auðsholtshjáleigu. Züchterin und Besitzerin ist Þórdís Erla Gunnarsdóttir, die Hrafntinna schon in jungen Jahren geschenkt bekommen hat.
„Mein Vater kaufte Hrafntinna von meinem Onkel Hreggviður, der die Stute gezüchtet hat. Er hatte begonnen sie einzureiten und meinte, dass sie nicht gut genug ist. Wir haben sie daher als Reitpferd für mich für nur 35.000 ISK gekauft. Ich war damals drei Jahre alt. Da sie nur Reitpferd sein sollte hatte dies mit Sicherheit Einfluss auf den Preis.
Später stellte sich heraus, dass Hrafntinna tragend ist und sie hat vierjährig ein Hengstfohlen bekommen, dass ich Gosi nannte. Hrafntinna wurde dann weiter geritten und es stellte sich heraus, dass sie ein großartiger Gæðingur war. Gosi war ebenfalls ein richtig gutes Pferd, wurde Elite geprüft für Reiteigenschaften und war viele Jahre lang das Turnier- und Reitpferd von Þórunn,“ sagt Þórdís Erla und fügt hinzu, dass alle 17 Nachkommen von Hrafntinna, sehr gute Pferde mit angenehmen Temperament sind. Die Vollgeschwister Gígja und Gígjar sind natürlich eine Klasse für sich. „Gígja ist sehr angenehm im Umgang und sehr selbstsicher. Sie präsentiert sich unglaublich gut und hat viel Ausstrahlung, diese beiden Eigenschaften vererbt sie auch an ihre Nachkommen. Im Tölt, Trab und Rennpass erreicht sie unglaubliche Geschwindigkeiten und alle Gangarten sind zudem klar getrennt. Sie hat sehr viel Temperament, aber ist absolut klar im Kopf und man konnte ihr immer vertrauen. Genau diese Eigenschaften schätze ich sehr in ihren Nachkommen.“
Als wir Þórdís danach fragen, nach welchen Kriterien sie die Hengste für Gígja wählt, sagt sie, dass sie bisher verschiedene Zuchtlinien ausgesucht hat. „Ich versuche Pferde mit gutem Exterieur und guten Proportionen zu wählen. Gígjas Reiteigenschaften müssen eigentlich nicht verbessert werden, zudem hat sie eine sehr gute Kruppe, sowie gute Hufe und Gliedmassen. Bei den Nachkommen wünsche ich mir, dass sie etwas längere Beine haben. Bisher habe ich Keilir, Þyrnir, Þóroddur, Álfasteinn, Aron, Krákur, Hnokki, Gaumur und Toppur benutzt. Die Anpaarung mit Aron hat mir fast am besten gefallen.“
Þórdís Erla hat alle Nachkommen von Gígja selbst eingeritten und sagt, dass diese viele Gemeinsamkeiten haben. „Das erste, was mir auffällt, ist dieser „Tinna-Ausdruck“ – ich sehe immer meine alte Hranftinna in Gígjas Nachkommen, diese hatte ein sehr hübsches und gutes Auge.
Fast alle Nachkommen traben zu Beginn und haben gut getrennte Gangarten. Der Schritt ist eigentlich immer gut, teilweise sogar aussergewöhnlich gut. Alle Nachkommen sind Fünfgänger, mit viel Temperament und Selbstsicherheit, genau wie ihre Mutter,“ sagt Þórdís.
„Ihre Nachkommen Hrafnadís und Þórhildur sind mittlerweile in Deutschland und werden dort zur Zucht eingesetzt. Þóra Dís wird diesen Winter erneut trainiert und wir möchten sie noch mal vorstellen lassen, danach wird sie als Zuchtstute bei uns eingesetzt. Hrafnar wird ebenfalls im Winter trainiert und wir werden auch ihn erneut vorstellen und hoffen, dass er sich für das Landsmót 2012 qualifizieren wird. Hrafn frá Auðsholtshjáleigu, ein Sohn von Krákur, wird momentan eingeritten. Er ist ein sehr aufmerksames Pferd und macht mir viel Freude. Hreggviður ist eines meiner Turnierpferde, er hat unter anderem eine Endnote von 7,31 im Fünfgang letztes Jahr erreicht. Ich möchte ihn auch in der kommenden Saison wieder auf Turnieren vorstellen.“
Im Frühjahr bekam Gígja ein Fuchsscheckfohlen von Toppur frá Auðsholtshjáleigu und ist nun tragend von Gaumur frá Auðsholtshjáleigu. „Ich hatte Gígja eigentlich bei Máttur frá Leirubakka, aber kurz vor dem Landsmót stellte sich heraus, dass sie nicht tragend ist. Es war schwierig, sie von einem der Landsmót-Teilnehmer decken zu lassen, daher entschied ich mich dafür, sie zu Gaumur zu stellen, bevor wir uns auf den Weg in den Norden machten. Gígja und Gaumur sind zwei meiner Lieblingspferde, beide haben 9,05 für Reiteigenschaften und zudem ist Gaumur sehr gross und hochbeinig. Ich kenne beide Pferde sehr gut, denn ich habe sie beide in dem Jahr, in dem sie ihre höchste Zuchtbewertung erhielten, trainiert. Gígja hat letztes Jahr einen Gaumur Sohn bekommen, der mir sehr gut gefällt und daher dachte ich, dass es in Ordnung ist, es ein weiteres Mal zu versuchen,“ erzählt die Züchterin Þórdís Erla, die heute Abend den Gletta-Pokal bei der Konferent „Zucht 2011“ im Hotel Saga entgegennehmen wird.
Die Nachkommen von Gígja:
(Name/Vater/Exterieur/Reiteigenschaften/Gesamtnote)
- Hrafnadís Keilir frá Miðsitju 7,85/8,42 = 8,19
- Hreggviður Þyrnir frá Þóroddsstöðum 7,89/8,65 = 8,35
- Þórhildur Þóroddur frá Þóroddsstöðum 7,91/7,92 = 7,92
- Þóra Dís Álfasteinn frá Selfossi 7,81/7,91 = 7,87
- Hrafnar Aron frá Strandarhöfði 8,09/8,44 = 8.30
- Hrafn Krákur frá Blesastöðum 1A
- Nn Gaumur frá Auðsholtshjáleigu
- Nn Toppur frá Auðsholtshjáleigu
Til minningar um Rúnar Geir Ólafsson
Vigdís Matthíasdóttir ráðin yfirþjálfari Hæfileikamótunar LH